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Selbstevaluation der Eigenverantwortlichen Schule

Veröffentlicht: Donnerstag, 07. Juli 2011

Vielleicht müsste zuerst einmal der Orientierungsrahmen evaluiert werden, denn das, was als politische Vorgabe die schulische Arbeit in erheblichem Maße bestimmt, steht nicht auf dem Prüfstand.

Selbstevaluation ist für jede Schule mit Sicherheit wichtig und sinnvoll. Grundlage dafür ist der §32 NSchG: „Die Schule überprüft und bewertet jährlich den Erfolg ihrer Arbeit, plant Verbesserungsmaßnahmen und führt diese nach einer von ihr festgelegten Reihenfolge durch.“ Vorgaben, ein bestimmtes Verfahren oder Instrumentarium zu verwenden, gibt es definitiv nicht!

Die Schulen sollten deshalb auf Verfahren wie SEIS (abgespeckte Schulinspektion), die alles auf einmal in den Blick nehmen, verzichten.

Stattdessen sollte jede Schule einzelne kleine Bereiche selbst gezielt auswählen und diese evaluieren. Leitbild und Schulprogramm müssen Berücksichtigung finden. Die Befragungsinstrumente müssen leicht verständlich und schnell auswertbar sein.

Und noch wichtiger als das Ergebnis ist das, was anschließend passiert – die Umsetzung, denn Veränderungen und Erfolge müssen für alle an Schule Beteiligten spürbar werden.

SELBSTevaluation der EIGENVERANTWORTLICHEN Schule

Für SEIS spricht

nur, dass die Schulen ohne zusätzliche Arbeit ein fertiges Befragungsinstrument in die Hand bekommen, denn bei der heutigen extremen Verdichtung der Arbeit der KollegInnen bleibt kaum Zeit, um eigene Evaluationsverfahren zu entwickeln, durchzuführen, auszuwerten und umzusetzen.

Gegen SEIS spricht viel mehr: SEIS-Erhebungen und Eigenverantwortliche Schule – das passt nicht zusammen. Eigenverantwortung wird aus der Hand gegeben!SEIS ist ein kommerzieller Anbieter (Bertelsmann-Stiftung). Befragung und Auswertung sind teuer und müssen vom schuleigenen Etat bezahlt werden.

  1. SEIS ist keine Selbst-, sondern eine Fremdbefragung.
  2. SEIS ist lediglich ein Befragungsinstrument, aber keine Evaluation.
  3. SEIS ist eine zusätzliche Schulinspektion. Diese Aufgabe erledigen schon andere.
  4. SEIS-Erhebungen sind Erhebungen von subjektiven Befindlichkeiten ohne Ursachen-forschung.
  5. SEIS wertet die Befragungsdaten aus, gibt aber keinerlei konkrete Hinweise oder Hilfe, wie man was verbessern könnte.
  6. Bei SEIS verliert die Schule die Datenhoheit. Daten werden außer Haus gegeben und können unkontrolliert weitergegeben werden.
  7. SEIS berücksichtigt mit einem Universalfragebogen nicht Größe, Leitbild, Profil oder Schulprogramm der einzelnen Schulen.
  8. SEIS berücksichtigt nicht die vorhandenen Rahmenbedingungen (Klassenteiler, Lehrezuweisung, usw.).
  9. SEIS soll Qualitätsvergleiche mit anderen Schulen ermöglichen.


Wollen wir das??? NEIN:

  • Wir wollen Qualitätsentwicklung und keinen Wettbewerb!!!
  • Schulentwicklung und Selbstevaluation sollten nicht auf Ranking abzielen!!!

Seid mutig! Geht an euren Schulen einen eigenen Weg. Geht diesen Weg ruhig, wählt z.B. pro Schuljahr einen kleinen Bereich aus, den ihr evaluieren wollt. Geht diesen Weg aber stetig und konsequent, lasst alle Beteiligten die Erfolge spüren. Sorgt für Informationsfluss und Transparenz, dokumentiert die Ergebnisse und macht Konsequenzen sichtbar.

Ziel der Selbstevaluation ist die Weiterentwicklung eurer Schule – sonst nichts!!!

Wolfgang Striezel, Wilhelm von dem Knesebeck