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Zunehmende „Fremdfinanzierung“ von Schule

Veröffentlicht: Montag, 10. Februar 2014

Das Eintreiben von zusätzlichen finanziellen Mitteln für Schulen hat eine neue „Qualität“ erreicht. Spendeten in der Vergangenheit vor allem die Eltern (Brötchenmütter, Elternverein) einer Schule, so drängen neuerdings immer mehr Wirtschaftsbetriebe mit Sponsoring (auch von ganzen Veranstaltungen und Unterrichtsprojekten) sowie gewerbliche Spendensammler wie Schulengel.de und Bildungsspender.de (so genannte Spendennetzwerke) in die Schulen.

 

Bei letzteren werden Eltern und ihre Kinder u. a. dazu angehalten bei bestimmten Online-Shops einzukaufen. Dabei geht ein kleiner Prozentteil der Kaufsumme an die Schule abzgl. 10 bis 30 % „Verwaltungskosten“, die der Spendensammler einbehält. Die beteiligten Firmen erzielen durch diese Kundenbindung einen guten Werbeeffekt.

Sicher begrüßt jede Schule das direkte Engagement von Eltern. Es stärkt die Identifikation (auch der Schülerinnen und Schüler) mit der Schule und fördert die Mitverantwortung für die Schulgemeinschaft.

Jede Schule sollte aber von staatlicher Seite  so gut ausgestattet sein, dass sie ihren Bildungs- und Lehrauftrag samt allen notwendigen Veranstaltungen und Projekten ohne zusätzliche Spenden durchführen kann. Die GEW steht und streitet dafür, dass die Bildung unserer Kinder eine staatliche Aufgabe bleibt.

Nur so können an den Schulen gleich gute Bedingungen erreicht werden. Es darf nicht dazu kommen, dass z. B. eine ärmere Schule aus einem Problemgebiet, die kaum Spenden sammeln kann, mit einer reichen und besonders gut ausgestatteten Schule konkurrieren muss. Die Schulen sollen zudem frei von Werbung, Sponsoring und Einflussnahme der Wirtschaft auf Unterrichtsinhalte und ihre Vermittlung sein. Neoliberale Tendenzen werden von der GEW konsequent abgelehnt.

Das Niedersächsische Schulgesetz hat dem Sponsoring und der Werbung an Schulen Grenzen gesetzt. Entscheiden darüber muss grundsätzlich der Schulvorstand (§ 38a Nr.15c NSchG).